Nach
oben

Die Geschichte der Lenormandkarten

Themen-Beitrag zu Lenormandkarten
Die Geschichte der Lenormandkarten

Die Geschichte der Lenormandkarten

Wir leben in einer modernen Welt. Alles wird schneller, technischer und besser - jedenfalls scheint das so. Tatsächlich hat sich die Welt im 21. Jahrhundert enorm verändert. Wohl noch nie hat sich unsere Welt und Gesellschaft so rasant verändert, wie es durch die Digitalisierung der Fall war. Es scheint, dass alte Traditionen und Bräuche der Vergangenheit angehören und nicht mehr in die Zukunft übertragen werden. Was zählt, ist die Effizienz, die Leistung und die Geschwindigkeit. Ob in der Karriere, in der Freizeit oder in der Beziehung - wir Menschen nehmen uns immer weniger Zeit für Dinge, die wirklich wichtig sind.

Doch natürlich werden nicht alle Bräuche und Rituale unserer Vorfahren vergessen. Einige Traditionen überleben Jahrhunderte oder gar Jahrtausende, ohne dass wir sie vergessen. Eines dieser alten, faszinierenden Rituale ist das Kartenlegen. Bereits im 7. Jahrhundert kamen die Menschen mit dem Kartenlegen in Berührung. Fortan entwickelte sich diese anfänglich wohl eher willkürliche Aktivität zu einer eigenen kleinen Wissenschaft. Durch die Weiterentwicklung kamen neue Überlegungen, Anpassungen und Erklärungen hinzu, bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts die sogenannten Lenormandkarten kreiert wurden.

Es war einmal

Die Geschichte der Lenormandkarten begann 1172, als die Französin Marie-Anne Adélaïde Lenormand im Norden Frankreichs zur Welt kam. In ihrer Kindheit besuchte sie eine Klosterschule, doch schon mit 18 Jahren fand sie den Weg zur Wahrsagerei mit Karten und machte sich selbstständig. Dies sollte der Startschuss für eine grosse Karriere werden. Des Öfteren musste die junge Frau, die als Madame Lenormand bekannt wurde, kurze Gefängnisstrafen absitzen. Dies schadete ihrem Image jedoch nicht, sondern beflügelte es sogar. Besonders bekannt und gefragt wurde Lenormand allerdings spätestens dann, als sie von der französischen Kaiserin und dem russischen Kaiser zurate gezogen wurde.

Madame Lenormand nutzte zu ihren Lebzeiten allerdings nicht die Lenormandkarten, die wir heute kennen. Sie nutzte die sogenannten grossen Lenormandkarten, die auf den Tarot-Karten von Etteilla basierten. Die grossen Lenormandkarten hatten 54 Karten, die heutigen Decks im Vergleich nur noch 36.

Die Entwicklung der Lenormandkarten

Die heutige Version der Lenormandkarten entstand erst etwa zwei Jahre nach dem Ableben von Madame Lenormand. Das sogenannte "Grand jeu de Mlle Lenormand" wurde 1843 veröffentlicht. Es erschien in Kombination mit fünf Büchern, welche viel mehr als den Inhalt und die Bedeutung der Karten beschrieben. In den Büchern befanden sich unzählige Informationen zu Themen wie der Astrologie, der Chiromantie und zu verschiedenen Arten von Orakeln. Auch die Gestaltung der Karten war an diese Themenbereiche angelehnt.

In der nachfolgenden Zeit erlebten die Lenormandkarten einen rasanten Aufstieg. Die Karten und das Kartenlegen mit den Lenormandkarten wurde eine immer beliebtere Aktivität und wurde von vielen Menschen als Entscheidungshelfer zurate gezogen. Auch wenn das Kartenlegen im Mainstream-Bereich noch immer nicht wirklich angekommen ist, wird es dennoch von einer grossen Menge Menschen täglich praktiziert. Tatsächlich werden es immer mehr Menschen, welche einen Zugang zu den Karten finden.

Wie erklärt sich der Aufstieg der Lenormandkarten?

Das hat mehrere Gründe. Der Grund für den rapiden Anstieg der Nachfrage dürfte jedoch die Möglichkeit sein, heute alles schnell und einfach mit wenigen Knopfdrücken im Internet zu finden. Auf unzähligen Seiten lassen sich im Netz die Karten legen und auch die Informationsbeschaffung zu den verschiedenen Deutungen und Interpretation ist in Sekundenschnelle erreicht.

Der zweite Grund für die grosse Beliebtheit des Lenormands ist die Simplizität und der Facettenreichtum der Lenormandkarten. Wohl kaum ein Deck, welches zum Kartenlegen verwendet wird, ist so leicht für Anfänger anzuwenden wie die Lenormandkarten. Das bedeutet allerdings nicht, dass das Legen der Lenormandkarten einfach oder nicht anspruchsvoll wäre. Tatsächlich ist das genaue Gegenteil der Fall. Einsteiger haben besonders deshalb ein einfaches Spiel, weil es eine Vielzahl an verschiedenen, ansprechenden und erklärenden Varianten der Karten gibt. Auch gibt es verschiedene einfache Legesysteme, mit denen die einzelnen Karten schnell und spielerisch kennengelernt werden können.

Doch hier hört es in der Praxis auch schon auf. Denn um die Lenormandkarten wirklich korrekt und sinnvoll nutzen zu können, benötigt es die richtige Deutung und Interpretation auf die eigene Situation und Frage. Und hierfür müssen die Lenormandkarten in Kombination in den verschiedenen Legesystemen erst einmal richtig gelesen und zusammengesetzt werden. Denn jede einzelne der 36 Karten hat zwar eine eigene Bedeutung, doch wenn diese neben einer anderen Karte liegt, verändert sich die Bedeutung schlagartig.

Jede der 36 Karten funktioniert mit den übrigen 35 Karten auf eine andere Weise, wodurch eine grosse Menge an möglichen Resultaten entsteht. Wenn nun 36 Karten in einem Legesystem wie der grossen Tafel vor den Augen liegen, ist es nicht gerade einfach diese im richtigen Zusammenhang deuten zu können. Doch gerade diese schier unendlichen Möglichkeiten machen die Lenormandkarten so beliebt, denn kaum eine andere Alternative kann Antworten auf eine solch präzise Weise geben.

Die Lenormandkarten haben also nicht nur einen Grund vorzuweisen, weshalb sie die beliebtesten und meistgenutzten Karten überhaupt sind. Ein Ende des aufsteigenden Trends ist übrigens nicht zu erkennen. Sich mit den Karten auseinanderzusetzen, kann sich also definitiv lohnen!



© Zukunftsblick Ltd.

Rechtliche Hinweise

Weiterempfehlen:
Themen-Übersicht